Einblicke in unsere Architekturgeschichte mit Studierenden

Studierende der Fachhochschule + 1 Elternsprecher + 1 Schülersprecher + 1 Erzieherin = unbezahlbare Einblicke in die Architekturgeschichte unseres Gymnasiums

Die drei Gymnasien mit Spezialklassen für MINT-Fächer arbeiten in Thüringen intensiv zusammen, stehen im Austausch zu inhaltlichen Fragen sowie Wettbewerben und denken auch an Zukünftiges. So ist gerade die Nachwuchsgewinnung für die Schulen in Ilmenau, Erfurt und Jena von großer Bedeutung und dabei oft auch die Unterbringung von Jugendlichen im Internat ein Thema. Froh ist dieses Netzwerk immer, von außen Impulse oder Anregungen zu erhalten, um neue Wege zu gehen. So geschehen in Osterferien des Jahres 2026, als an den Universitäten und Hochschulen in Thüringen das Sommersemester wieder begonnen hat und 18 Studierende des Masterstudiengangs Architektur unter Leitung von Frau Prof. Stephanie Kaindl, Professur für Entwerfen und Bauen im Bestand, unser Gymnasium besuchte.

Ausgangspunkt ist ein Projekt-Kurs an der Fachhochschule Erfurt, der im Masterstudium viele Studierende für ein Projekt an den Spezialschulteil des Erfurter Albert-Schweitzer-Gymnasiums führte. Unter dem Titel „Missing Link. Sanierung und Erweiterung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Spezialschulteil in Erfurt-Rieth“ entstehen im Sommersemester unter einer Aufgabenstellung interessante, vielfältige und auch zukunftsweisende Ideen. Die Aufgabenstellung umfasst dabei drei Bereiche:

1. Rahmenplan:

Das gesamte Schulgelände soll neu geordnet werden, mit Fokus auf bessere Erschließung, stärkere Verbindung der beiden Schulgebäude und Nutzung von Synergien. Die Freiflächen sollen funktional und gestalterisch neu strukturiert werden, einschließlich überdachter Fahrradstellplätze und einer klareren räumlichen Fassung gegenüber dem angrenzenden Parkplatz. Der Neubau kann dabei durch seine Positionierung und Gestaltung wesentlich zur Gliederung und Aufwertung des Areals beitragen.

2. Erweiterungsgebäude:

Geplant ist ein multifunktionaler Neubau (ca. 1.000 m²) für Mensa und Aula, der sowohl schulische als auch größere Veranstaltungen aufnehmen kann. Der Entwurf soll flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten und eine eigenständige architektonische Haltung im Spannungsfeld zwischen Bestand und moderner MINT-Identität entwickeln. Zudem ist eine behutsame Öffnung zum Stadtteil vorzusehen, ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen.

3. Sanierung Spezialschulteil:

Das bestehende Raumprogramm bleibt im Wesentlichen erhalten und entspricht den Bedürfnissen der Schule und des Internats. Die bisherige Kantine wird durch die neue Mensa ersetzt, wobei ein geschützter Bereich für die Versorgung der Internatsschüler:innen sicherzustellen ist. Gleichzeitig soll das Raumkonzept im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen im Schulbau überprüft und weiterentwickelt werden.

Um das Projekt zu realisieren und weitere Anregungen zu erhalten, besuchten die Studierenden zusammen mit der Professorin für einen Vormitttag die beiden Schulgebäude in Erfurt - den Spezialschulteil und auch das Stammhaus. Am Folgetag wurde noch das Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena besucht, das als Gymnasium mit Spezialklassen eine eigene Architektur- und Schulgeschichte hat. Da es immer günstig ist, mit Expertinnen und Experten zum Thema zu sprechen, standen Herr Peter (Schulelternsprecher), Frau Motter (Erzieherin des Internats) und Mohammad Taghayi (Mete, Schülersprecher) zur Verfügung. Deutlich wurden dabei auch die verschiedenen Ansprüche und Wünsche, die die Projektbeteiligten einbrachten. So war es eine Bereicherung, von Herrn Peter die vielen Details aus der Erfurter Stadtverwaltung zu erfahren, die es in der Vergangenheit und aktuell zu bewältigen gilt. Auch konnten Mete und Frau Motter anschaulich schildern, was es heißt, in einem Haus zu lernen und auch zu wohnen, welchen Mehrwert kurze Wege und auch schattige Zimmer im Nordteil haben. Ebenso wurde deutlich, welche Bedarfe es an zusätzlichen Räumen für Essenseinnahme und auch als Wettbewerbsorte gibt. Günstig war, dass sich auf Anregung von Herrn Peter noch Frau Laurenat als Schulbaukoordinatorin der Stadt Erfurt hinzugesellte und Fragen beantworten konnte. 

Hier teilt der Schülersprecher Mohammad Taghayi seinen Eindruck:

„Der Austausch mit den Architekturstudierenden der Fachhochschule Erfurt und Frau Prof. Kaindl, der Stadtverwaltung, den Lehrkräften, Eltern und der Schülerschaft war wirklich bereichernd. Gemeinsam haben wir die Situation unserer Schule analysiert, Probleme klar benannt und unsere Wünsche als Schülervertretung eingebracht. Für uns ist klar: Die Sanierung der Schule ist längst überfällig. Gute Lernbedingungen sind die Grundlage für Chancengleichheit, Wohlbefinden, Motivation und Lernerfolg. Deshalb muss der Investitionsstau endlich angegangen werden. Bildung verdient höchste Priorität - heute, morgen und für die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Wir wünschen dem Projektkurs, der im Sommersemester immer wieder auch in Erfurt am „Spezi“ unterwegs ist, viel Erfolg beim Planen, kreativen Arbeiten und Entwerfen. Sind schon jetzt auf Modelle und Pläne für eine Ausgestaltung gespannt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den Besuch und die Zeit am Haus.

Tom Fleischhauer

Die Bundesrunde der 65. Mathematik-Olympiade fand vom 07.-10.06.2026 in Hamburg statt. Nach der schulinternen ersten Runde, der regionalen zweiten Runde und der Landesrunde ist die Bundesrunde die vierte Stufe dieses Wettbewerbs. Sie findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. Über zwei Tage verteilt finden zwei viereinhalbstündige Klausuren statt, in denen sich die Teilnehmer mit jeweils drei mathematischen Problemen auseinandersetzen. Anschließend nehmen die Teilnehmer am Rahmenprogramm teil,  während sich die Korrektoren ans Werk machen, um die Arbeiten der Teilnehmer zu bewerten. Der Wettbewerb wird in den  "Olympiadeklassen“ 08, 09, 10, 11 und 12 durchgeführt.
 
Das Bundesland Thüringen wurde in diesem Jahr durch zwölf Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 12 vertreten. Leider konnte die Thüringer Delegation nicht an die großen Erfolge des Vorjahres anknüpfen – drei 2. Preise und drei 3. Preise im Jahr 2025. Die diesjährige Delegation musste sich mit einem zweiten Preis und zwei Anerkennungen begnügen (*). Im nächsten Jahr haben alle erneut die Chance sich für die Bundesrunde zu qualifizieren und sich mit den Besten der anderen Bundesländer zu messen.
 
In der Thüringer Delegation traten mehrere Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums: ein Schüler der siebten Klasse, der als sogenannter Frühstarter in der Olympiadeklasse 08 teilnahm, ein Schüler der achten Klasse (Anerkennung) sowie Vera Schwarz (Anerkennung) und Simon Kurth aus den Spezialklassen des ASGs. Eine weitere Teilnehmerin dürfen wir im kommenden Schuljahr in den Spezialklassen des ASGs begrüßen.
 
Es war mir eine Freude die Thüringer Delegation ein weiteres Mal mit einem Kollegen aus Jena als Delegationsleiter zu diesem großen Event begleiten zu dürfen.
 
Maximilian Kölsch
 
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Eine Auflistung der Preisträger findet sich auf der Webseite der Veranstaltung: https://mo2026.de/Preistr%C3%A4ger
 
(*) Sicherlich bekannt: Es handelt sich hierbei nicht um den ersten, zweiten und dritten Platz. Es werden 1., 2. und 3. Preise etwa im Verhältnis 1:2:3 auf Grundlage der Ergebnisse innerhalb der jeweiligen Wettbewerbsklassen an insgesamt höchsten 40% der  Teilnehmer vergeben.