🔬 Unser Weg durch die Internationale BiologieOlympiade (IBO) 2026

Wettbewerbe Biologie

Der Beginn - Die erste Auswahlrunde

Die Internationale BiologieOlympiade (IBO) als Teil der ScienceOlympiaden soll biologische Talente zusammenführen und schon Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften begeistern. Insgesamt vier Auswahlrunden innerhalb von Deutschland dienen dazu, ein deutsches Nationalteam aus vier Personen zusammenzustellen, welches dann im internationalen Wettbewerb auf die Teams anderer Länder treffen wird. Stattfinden wird dieser Endentscheid der IBO 2026 in Vilnius in Litauen.

In Kontakt mit der IBO kamen wir beiden, Emma Sattler und Luise Flatau, in Form der ersten Auswahlrunde, die bereits im April 2025 begann. Die Aufgaben dafür werden jährlich im April veröffentlicht und müssen bis Mitte September abgegeben werden. An der ersten Runde kann sich jeder, der noch in der Schule ist, versuchen. Sie zählte für dieses Jahr 1174 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Es ist eine Hausaufgabenrunde, das bedeutet es sind nicht zwingend besondere Vorkenntnisse vonnöten. Von vier gestellten Aufgaben müssen letztendlich drei gelöst werden. Anfangs schienen auch uns die Aufgaben viel zu schwer und kompliziert. Doch mithilfe von ausgiebiger Recherche und ein wenig Experimentierfreude konnten wir sie dann doch gut lösen. 

Ein nächster Schritt - Die zweite Auswahlrunde

Alles geschafft und abgegeben, freuten wir uns riesig, als etwas später die Einladung in die zweite Runde bei uns beiden eintraf! Nun begann die eigentliche Zeit der Wettbewerbsvorbereitung - auch, wenn die erste Runde uns schon viel beigebracht hatte. 

Die Prüfung fand in Form einer zweistündigen Klausur statt, die im November 2025 an der Schule selbst geschrieben wurde. Bestehend aus einem Multiple-Choice-Teil und einem Teil mit komplexeren Aufgabenstellungen, forderte sie die vielfältigsten Bereiche unseres Wissens.

An dieser Runde nahmen bundesweit 527 Schülerinnen und Schüler teil. Luise erzielte einen 7. Platz und zählte damit zu den 46 besten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die letztendlich für die dritte Auswahlrunde nach Kiel eingeladen wurden.

Zeit der Vorbereitung - Das Länderseminar Sachsen/Thüringen

Zur speziellen Förderung der lokal erfolgreichsten Teilnehmer der zweiten Auswahlrunde wurden wir beide zum gemeinsamen Länderseminar der Länder Thüringen und Sachsen eingeladen. Dafür fuhren wir vom 23. Januar bis zum 25. Januar 2026 nach Meißen. Untergebracht waren wir 12 Teilnehmenden in den Unterrichtsräumen des Meißener Gymnasiums Franziskaneum - eine wirklich abenteuerliche Erfahrung. Dort und am Ländergymnasium Sankt Afra in Meißen fanden dann von Freitag bis Sonntag verschiedenste Workshops, Vorträge und Übungsseminare statt. 

Im Schullabor des Sankt Afra konnten wir uns praktisch im Umgang mit Mikropipetten und dem wissenschaftlichen Laboralltag üben, während neben einem außergewöhnlichen Vortrag über Tumorbiologie auch theoretischer Input zu molekularbiologischen Methoden wie PCR und Gelelektrophorese folgte. Am Samstag fertigten wir im Botanik-Kurs fleißig Schnittpräparate von unterschiedlichen Pflanzen an und untersuchten die Querschnitte mithilfe des Mikroskops. Im Bereich der Zoologie tauchten wir tiefer in die Insektenkunde ein und bestimmten Käferarten unter dem Binokular. Weiterhin hörten wir spannende Vorträge über Neurobiologie und unsere Sinneswahrnehmung sowie über die epigenetischen Zusammenhänge der menschlichen Erbinformation. 

Auch im Bereich der Biologie benötigt es mathematische Fertigkeiten und so beschäftigten wir uns in einem Übungsseminar ausgiebig mit statistischen Berechnungen.

Dieses Wochenende ging zwar viel zu schnell herüber, doch die dort gesammelten Erkenntnisse hielten an. 

Allerdings standen nicht nur neues Wissen und praktisches Training im Fokus; auch das Knüpfen von Kontakten spielte eine wichtige Rolle. Wir lernten viele weitere interessierte Jugendliche kennen und konnten uns austauschen. Damit bot dieses Wochenende auch für Teilnehmende, die sich nicht für eine weitere Runde qualifiziert hatten, einen Austausch mit Gleichgesinnten sowie aufregende Erfahrungen und neue Themen, wie man sie vielleicht nicht gerade im Schulunterricht bespricht!

Zeit der Vorbereitung - Eine Online-Vortragsreihe und ein Seminarwochenende

Nebstdem fand zur weiteren Vorbereitung eine Online-Vortragsreihe statt, in der Mitglieder des IBO-Vereins über verschiedene Themen ihrer Interessen- und Forschungsgebiete berichteten. 

Am 07. und 08. Februar 2026 veranstaltete der Verein ein ganzes Wochenende voller Online-Seminare und Vorträge zu Chemischem Rechnen, Phylogenie & Systematik sowie Bioinformatik und Biostatistik.

Es wird spannend - Die dritte Auswahlrunde

Schlussendlich ging es für Luise nach Kiel zur dritten Auswahlrunde der IBO. 

Für eine Woche lang vom 15. bis zum 20. Februar 2026 stellte sie sich gemeinsam mit den anderen 46 Besten aus ganz Deutschland vielen neuen Herausforderungen. Betreut wurden die Jungendlichen von freiwilligen Mitgliedern des IBO-Vereins. Für die Laborexperimente und Klausuren wurden die Räumlichkeiten des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel genutzt. Untergebracht waren die Teilnehmenden in einer Jugendherberge.

Bevor es an die Klausuren ging, fanden noch einmal Crashkurse zu Physiologie (Biochemie), Zoologie, Botanik und Bioinformatik statt. 

Am dritten Tag war es schließlich soweit: drei Praxisklausuren in den Bereichen Physiologie, Zoologie und Botanik zu jeweils 75 Minuten und eine Bioinformatik-Klausur mit 60 Minuten Bearbeitungszeit. (Natürlich fand diese unter drei verschiedenen WLANs statt, damit nichts zusammenbricht, wenn gleichzeitig die Hälfte aller Teilnehmenden das Internet zu bedienen versucht!)

Einen Tag später stand die viereinhalbstündige Theorieklausur an - eine ganz schön harte Nuss! Doch auch die war letztendlich durchstanden und für Ausgleich sorgten ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Bowling, Spielecafé und einem Besuch im Kieler Mediendom sowie ein Tanzabend am nächsten Tag. 

Schließlich warteten alle ganz gespannt auf die Ergebnisse, die in der Siegerehrung verkündet werden sollten. 

Die feierliche Abschlussveranstaltung bildete das Ende dieser äußerst wissensgeladenen, aufregenden und interessanten Woche. Die 12 Besten erreichten die vierte Auswahlrunde, in der dann das deutsche Nationalteam ermittelt werden würde. Weiterhin wurden Sonder- und Sachpreise sowie 4-wöchige Forschungspraktika in den Sommerferien vergeben. 

Luise belegte einen 28. Platz und blickt mit Freude und Begeisterung auf die Woche in Kiel zurück. 

Sie hatte die Möglichkeit, viele neue Menschen aus ganz Deutschland kennenzulernen, sich mit ebenfalls naturwissenschaftlich Begeisterten auszutauschen und ganz viele neue Erfahrungen zu sammeln.

Und das hilft ihr sicherlich nicht nur bei der nächsten Teilnahme an der IBO!

Unsere Vorbereitung durch die Schule

Unser Weg durch die IBO begann nicht einfach nur mit der Veröffentlichung der Aufgaben, sondern bereits mit der Entscheidung, an den Spezialschulteil des Albert-Schweitzer-Gymnasiums zu wechseln. An vielen Schulen ist die Teilnahme an Wettbewerben wie diesem keine Priorität und dadurch weiß man als Schülerin oder Schüler oft gar nicht, dass solche Möglichkeiten überhaupt bestehen. 

So wurden wir von unserer Biologielehrerin auf die Internationale BiologieOlympiade aufmerksam gemacht. 

Eine besondere Lernmöglichkeit unserer Schule - der wahlobligatorische Unterricht (auch WoU genannt) mit zwei frei wählbaren Wochenstunden in Klasse 9 und 10 in entweder Mathematik, Informatik, Physik, Chemie oder Biologie - half uns, uns auf diesen Wettbewerb vorzubereiten und uns selbstständig gewünschte Themen zu erarbeiten. 

Zusätzlich dazu besuchen wir beide das Leistungszentrum des Spezialschulteils im Fach Biologie und konnten uns deshalb noch einmal gezielt mit besonderen Interessen unsererseits auseinandersetzen. 

Doch nicht nur diese zusätzlich zum Unterricht angebotenen Möglichkeiten, sondern auch der Unterricht und das Motiv der Schule selbst, bieten uns eine feste Wissens- und Kompetenzgrundlage, fächerübergreifend zu Lernen und zu Denken, komplexe Zusammenhänge verstehen zu suchen und auch an den scheinbar schwierigsten Aufgaben nicht gleich aufzugeben! 

Reflektierend können wir sagen, dass der Spezialschulteil einen wichtigen Beitrag geleistet hat, unser Interesse für die Biologie zu wecken!

Emma Sattler und Luise Flatau

Studierende der Fachhochschule + 1 Elternsprecher + 1 Schülersprecher + 1 Erzieherin = unbezahlbare Einblicke in die Architekturgeschichte unseres Gymnasiums

Die drei Gymnasien mit Spezialklassen für MINT-Fächer arbeiten in Thüringen intensiv zusammen, stehen im Austausch zu inhaltlichen Fragen sowie Wettbewerben und denken auch an Zukünftiges. So ist gerade die Nachwuchsgewinnung für die Schulen in Ilmenau, Erfurt und Jena von großer Bedeutung und dabei oft auch die Unterbringung von Jugendlichen im Internat ein Thema. Froh ist dieses Netzwerk immer, von außen Impulse oder Anregungen zu erhalten, um neue Wege zu gehen. So geschehen in Osterferien des Jahres 2026, als an den Universitäten und Hochschulen in Thüringen das Sommersemester wieder begonnen hat und 18 Studierende des Masterstudiengangs Architektur unter Leitung von Frau Prof. Stephanie Kaindl, Professur für Entwerfen und Bauen im Bestand, unser Gymnasium besuchte.

Ausgangspunkt ist ein Projekt-Kurs an der Fachhochschule Erfurt, der im Masterstudium viele Studierende für ein Projekt an den Spezialschulteil des Erfurter Albert-Schweitzer-Gymnasiums führte. Unter dem Titel „Missing Link. Sanierung und Erweiterung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Spezialschulteil in Erfurt-Rieth“ entstehen im Sommersemester unter einer Aufgabenstellung interessante, vielfältige und auch zukunftsweisende Ideen. Die Aufgabenstellung umfasst dabei drei Bereiche:

1. Rahmenplan:

Das gesamte Schulgelände soll neu geordnet werden, mit Fokus auf bessere Erschließung, stärkere Verbindung der beiden Schulgebäude und Nutzung von Synergien. Die Freiflächen sollen funktional und gestalterisch neu strukturiert werden, einschließlich überdachter Fahrradstellplätze und einer klareren räumlichen Fassung gegenüber dem angrenzenden Parkplatz. Der Neubau kann dabei durch seine Positionierung und Gestaltung wesentlich zur Gliederung und Aufwertung des Areals beitragen.

2. Erweiterungsgebäude:

Geplant ist ein multifunktionaler Neubau (ca. 1.000 m²) für Mensa und Aula, der sowohl schulische als auch größere Veranstaltungen aufnehmen kann. Der Entwurf soll flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten und eine eigenständige architektonische Haltung im Spannungsfeld zwischen Bestand und moderner MINT-Identität entwickeln. Zudem ist eine behutsame Öffnung zum Stadtteil vorzusehen, ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen.

3. Sanierung Spezialschulteil:

Das bestehende Raumprogramm bleibt im Wesentlichen erhalten und entspricht den Bedürfnissen der Schule und des Internats. Die bisherige Kantine wird durch die neue Mensa ersetzt, wobei ein geschützter Bereich für die Versorgung der Internatsschüler:innen sicherzustellen ist. Gleichzeitig soll das Raumkonzept im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen im Schulbau überprüft und weiterentwickelt werden.

Um das Projekt zu realisieren und weitere Anregungen zu erhalten, besuchten die Studierenden zusammen mit der Professorin für einen Vormitttag die beiden Schulgebäude in Erfurt - den Spezialschulteil und auch das Stammhaus. Am Folgetag wurde noch das Carl-Zeiss-Gymnasium in Jena besucht, das als Gymnasium mit Spezialklassen eine eigene Architektur- und Schulgeschichte hat. Da es immer günstig ist, mit Expertinnen und Experten zum Thema zu sprechen, standen Herr Peter (Schulelternsprecher), Frau Motter (Erzieherin des Internats) und Mohammad Taghayi (Mete, Schülersprecher) zur Verfügung. Deutlich wurden dabei auch die verschiedenen Ansprüche und Wünsche, die die Projektbeteiligten einbrachten. So war es eine Bereicherung, von Herrn Peter die vielen Details aus der Erfurter Stadtverwaltung zu erfahren, die es in der Vergangenheit und aktuell zu bewältigen gilt. Auch konnten Mete und Frau Motter anschaulich schildern, was es heißt, in einem Haus zu lernen und auch zu wohnen, welchen Mehrwert kurze Wege und auch schattige Zimmer im Nordteil haben. Ebenso wurde deutlich, welche Bedarfe es an zusätzlichen Räumen für Essenseinnahme und auch als Wettbewerbsorte gibt. Günstig war, dass sich auf Anregung von Herrn Peter noch Frau Laurenat als Schulbaukoordinatorin der Stadt Erfurt hinzugesellte und Fragen beantworten konnte. 

Hier teilt der Schülersprecher Mohammad Taghayi seinen Eindruck:

„Der Austausch mit den Architekturstudierenden der Fachhochschule Erfurt und Frau Prof. Kaindl, der Stadtverwaltung, den Lehrkräften, Eltern und der Schülerschaft war wirklich bereichernd. Gemeinsam haben wir die Situation unserer Schule analysiert, Probleme klar benannt und unsere Wünsche als Schülervertretung eingebracht. Für uns ist klar: Die Sanierung der Schule ist längst überfällig. Gute Lernbedingungen sind die Grundlage für Chancengleichheit, Wohlbefinden, Motivation und Lernerfolg. Deshalb muss der Investitionsstau endlich angegangen werden. Bildung verdient höchste Priorität - heute, morgen und für die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Wir wünschen dem Projektkurs, der im Sommersemester immer wieder auch in Erfurt am „Spezi“ unterwegs ist, viel Erfolg beim Planen, kreativen Arbeiten und Entwerfen. Sind schon jetzt auf Modelle und Pläne für eine Ausgestaltung gespannt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den Besuch und die Zeit am Haus.

Tom Fleischhauer